Wenn du jemals einen Amerikaner imitieren willst – sei es für eine Kostümparty, eine Comedy-Nummer oder weil dir einfach die sinnvolleren Hobbys ausgegangen sind – gibt es ein paar grundlegende Verhaltensweisen, die du draufhaben solltest. Zum Glück sind Amerikaner nicht gerade für ihre Subtilität bekannt.

Erstens, und das ist wirklich entscheidend: Du musst ständig sagen: „I’m suing you!“. Völlig egal warum – jemand rempelt dich an, der Kaffee ist zu heiß oder das WLAN ist zu langsam – drohe einfach mit einer Klage. Das ist quasi das amerikanische „Guten Tag“. Und während du dabei bist, wirf ruhig noch ein paar „Is this gluten free?“ in die Runde, denn kein ernstzunehmender Amerikaner würde ein Sandwich essen, ohne mindestens drei Fragen zu den Inhaltsstoffen zu stellen.

Als nächstes entwickle die Gewohnheit, überall zu fragen: „Do you take credit cards?“. Egal wo. Geh ins kostenlose Museum, auf den Wochenmarkt oder – am besten – in eine öffentliche Toilette und frage, ob sie Visa akzeptieren. Und vergiss nicht, zutiefst beleidigt zu gucken, wenn sie es nicht tun. Hallo? In welcher steinzeitlichen Kultur bezahlt man noch mit Bargeld?

Um den Look perfekt zu machen, trägst du am besten eine Baseballkappe – Extrapunkte, wenn sie das Logo eines Teams hat – und wirkst völlig überfordert von den öffentlichen Verkehrsmitteln. Schau die Fahrpläne an, als würdest du antike Hieroglyphen entschlüsseln, und wenn dann die Bahn tatsächlich kommt, tu so, als hättest du gerade ein kleines Wunder erlebt. Ach, und vergesse nicht, in jedes Gespräch ein „awesome“ einzubauen. Alles ist „awesome“. Das Wetter? Awesome. Das leicht pappige Croissant, das du gerade gekauft hast? Awesome. Öffentliche Toiletten? Mega awesome! Auch wenn du innerlich stirbst, lächle und sag: „Awesome!“.

Wer die Karikatur perfektionieren möchte, setzt sich einen Cowboyhut auf. Und zwischendurch rufst du ganz grundlos „Yeehaw!“ und klatschst dir dabei auf den Oberschenkel. Das funktioniert am besten mitten in der belebten Innenstadt, wo es für maximale Verwirrung sorgt.

Wenn du in eine Bäckerei gehst, hast du nur eine Aufgabe: Frag laut und deutlich: „Haben Sie etwas mit extra viel Zucker und null Nährstoffen?“ Wenn dir dann jemand etwas Gesundes empfiehlt, schaust du schockiert und fragst entsetzt: „Was ist das hier, Europa?

Und jetzt kommt das Sahnehäubchen auf dem überdimensionalen, künstlich gesüßten Cupcake: Rede ständig über „FREEDOM!  Freiheit der Meinungsäußerung, Freiheit, deinen Mobilfunkanbieter zu wählen, Freiheit, Ranch-Dressing auf die Pizza zu kippen – völlig egal, worum es geht, Hauptsache, du erwähnst „Freiheit“. Und nach deinem kleinen Freiheits-Monolog steigst du dann in das größte Auto, das du finden kannst, selbst wenn du nur um die Ecke zum Supermarkt fährst. Denn was wäre Freiheit ohne einen 5-Liter-Motor, der in zehn Minuten einen Tank leerzieht?

Und da hast du es: Du bist jetzt voll ausgestattet, um einen Amerikaner zu imitieren. Vergiss nur nicht, ein Selfie davon zu machen!

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