
Es sind noch genau zwei Tage bis zur US-Präsidentschaftswahl – und Millionen von Amerikanern grübeln darüber nach, wie das Ergebnis ihr Leben beeinflussen wird. Themen wie der Arbeitsmarkt, die Gesundheitsversorgung, die Zukunft der Demokratie, Russlands Krieg gegen die Ukraine und natürlich die Weltraum-Laser der globalen Elite, die das Wetter steuern… ganz normale Sorgen eben.
Die letzten zehn Jahre waren ja eine regelrechte Tragödie in mehreren Akten: Trump, Brexit, Corona-Pandemie, und dann auch noch das Comeback des Faschismus! Da könnte das kommende Jahr nahtlos anschließen. Da die USA ja nicht etwa den direkten Volksentscheid nutzen, sondern auf das „Wahlmännerkollegium“ setzen, könnte alles an einer simplen Mehrheit von 270 von insgesamt 538 Stimmen hängen. Oder vielleicht an 26 von 50 Bundesstaaten. Warum so kompliziert? Tja, das Wahlmännerkollegium ist eine illustre Gruppe, deren Stimmen den Präsidenten tatsächlich wählen. Die Zahl der „Wahlmänner“ je Staat? Ganz einfach: so viele wie die Mitglieder des Repräsentantenhauses plus zwei Senatoren. Ist doch logisch, oder?

Die US-Amerikaner stimmen also am 5. November ab – oder haben bereits ihre Briefwahlzettel abgeschickt. Im Dezember treffen sich dann die Wahlmänner in den jeweiligen Bundesstaaten, um ihre Stimmen für den Präsidenten und Vizepräsidenten abzugeben. Und Anfang Januar zählt der Kongress die Stimmen, bevor der US-Vizepräsident den offiziellen Sieger verkündet. Am 20. Januar um Punkt 12 Uhr schwört der Präsident dann den Amtseid und übernimmt. Wenn alles nach Plan läuft…
Angenommen, die Wahl geht geordnet über die Bühne – was, sagen wir mal ehrlich, unwahrscheinlich ist – aber nehmen wir es einfach mal an. Falls es dann zu einem 269-269 Patt zwischen Trump und Harris kommt, dann geht der Spaß erst richtig los. Denn bei einem Gleichstand entscheidet das Repräsentantenhaus über den Präsidenten, aber – Achtung – nicht jeder Abgeordnete hat eine eigene Stimme. Stattdessen hat jede Bundesstaats-Delegation genau eine Stimme. Das bedeutet, dass Kaliforniens 53 Abgeordnete genauso viel Gewicht haben wie der eine einsame Abgeordnete aus Wyoming.
Und was macht der Senat? Die wählen den Vizepräsidenten. Alles klar? Ach, lassen wir das, Leute. Hoffen wir einfach, dass die amerikanischen Wähler am 5. November – übrigens Guy Fawkes Day in England – die richtige Entscheidung treffen.



