
Falsche Freunde sind Wörter, die auf Deutsch oder Englisch wie etwas Nettes aussehen oder klingen, aber heimlich nur darauf warten, das Gespräch zu ruinieren. Hier sind einige der „Wurst / worst“ Verfehlungen:
„Also“ vs. „Also“
Im Englischen bedeutet „also“ „zusätzlich, auch, außerdem, ebenso“. Der Deutsche denkt, dass die Diskussion jetzt Fahrt aufnimmt, während der englische Sprecher sich fragt: „Moment mal, haben wir das nicht schon besprochen?“ Wollte man im Deutschen „also“ sagen, würde man im Englischen „so“ verwenden: „Also, ich wollte gerade gehen…“ / „So, I was about to go…“ Im Englischen ist ‚also‘ ein sanfter Stups, ein höfliches ‚me too‘ oder ein Zusatz.
„Aktuell“ vs. „Actual“
Hier ist ein Beispiel, das so klingt, als gehöre es in die gleiche Kategorie, aber tatsächlich spielt es in einer ganz anderen Liga. Das deutsche „aktuell“ bedeutet „aktuell“ oder „auf dem neuesten Stand“, während das englische „actual“ etwas Reales meint. Wenn ein Deutscher also „Das ist aktuell!“ ruft, spricht er über die Nachrichten und lässt keine Wahrheitsbombe fallen.
„Bald“ vs. „Bald“
Das englische „bald“ bedeutet ‚haarlos‘, wie eine frisch gebohnerte Bowlingkugel. Im Deutschen bedeutet bald einfach ‚bald, demnächst, gleich‘. Wenn ein Deutscher also sagt: “I’ll be there bald“, bereitet er sich wahrscheinlich nicht auf einen Friseurtermin vor.
„Billion“ vs. „Billion“
Geld regiert die Welt, aber im Deutschen ist es sehr, sehr viel. Im amerikanischen Englisch ist eine „Billion“ eine ganz normale Milliarde. Aber im Deutschen ist eine Billion das, was die Amerikaner eine Trillion nennen. Hier also eine kleine Hilfe für alle, die jetzt leicht verwirrt sind: Milliarde = billion, Billion = trillion. (Allerdings nur in den USA, nicht bei den Briten!)
„Brav“ vs. „Brave“
Im Deutschen bedeutet brav „artig“. Im Englischen bedeutet „brave“ mutig in den Kampf zu ziehen und nicht höflich in der Schlange im Supermarkt zu stehen.
„Gift“ vs. „Gift“
Leicht zu merken, aber schwer zu akzeptieren. Im Englischen ist ein „Gift“ ein Geschenk; im Deutschen ist Gift na ja, etwas Giftiges halt. Ein kleiner, aber entscheidender Unterschied, wenn man Weihnachtsgeschenke für die Schwiegereltern kauft.
„Groß“ vs. „Gross“
Im Englischen hat „groß“ nichts mit der Länge oder Größe zu tun, sondern bedeutet „ekelhaft“. Wenn ein Amerikaner also von „gross food“ spricht, meint er damit definitiv nicht die Portionsgröße.
„Hell“ vs. „Hell“
Wenn ein Deutscher sagt: „Es ist so hell heute“, beschreibt er damit keine theologische Erfahrung, sondern nur das Sonnenlicht. Im Englischen ist „Hell“ kein Ort, den man besuchen möchte, nicht einmal am schlimmsten Tag. Es ist ein feuriger Abgrund, ein Ort ewiger Qual.
„Präservativ“ vs. „Preservative“
Das deutsche Präservativ bezieht sich auf den guten alten Freund, das Kondom. Das englische „preservative“ hingegen soll lediglich Lebensmittel konservieren und vor dem Verderben bewahren. Wenn man also nicht gerade in der Drogerie steht und ein Gespräch sucht, das anderen die Schamesröte ins Gesicht treibt, sollte man daran denken: Ein wenig Kontext kann Wunder wirken.
„Sympathisch“ vs. „Sympathetic“
Sympathisch ist im Deutschen ein warmes, wohliges Gefühl, wie eine kuschelige Decke in einer Winternacht. Menschen, die man mag, sind einem „sympathisch“. Im Englischen ist „sympathetic“ etwas nüchterner, eine mitfühlende Schulter zum Ausweinen, eine Packung Taschentücher griffbereit.
Und dann gibt es die echten „false friends“.
Keine Wörter, sondern Menschen! In der amerikanischen Mittelschicht gibt es einen sozialen Druck, freundlicher zu erscheinen, als man eigentlich ist. Das ständige Lächeln und „How are you?“ ist kein echtes Interesse, sondern eine ausgefeilte Fähigkeit der oberflächlichen Höflichkeit – ein kulturelles Schmiermittel in einer Nation, die auf einer Dienstleistungsindustrie aufgebaut ist.
„Falschen Freunden“ kann man im wirklichen Leben oder noch besser im Reality-TV begegnen, wie zum Beispiel:
- „Die Verräter (Backstabber)“: Profis darin, dir metaphorisch in den Rücken zu fallen, während sie dir nach außen hin ein Lächeln schenken.
- „Die Erzfeinde“: Stell dir Lex Luthor bei Superman vor, Joker bei Batman oder vielleicht Trump bei … Du weißt schon.
- „Die Nemesis“: Diese eine Person oder Sache, der du nicht entkommen kannst – wie ein schlechter Haarschnitt oder der alte Mitschüler, der immer noch auf deinem Instagram-Profil herumstöbert.
- „Der Frenemy“:Ein Frenemy ist jemand, von dem du nicht genau weißt, ob du ihn magst oder hasst. Er ist wie eine lauwarme Tasse Kaffee: nicht heiß genug, um ihn zu genießen, aber zu heiß, um ihn zu ignorieren.
Ja, falsche Freunde sind nicht nur ein Lexikoneintrag. Willkommen im wirklichen Leben!



