
In den 1920er Jahren konnte ein cooler Typ schon mal „23 Skidoo!“ ausrufen — was ungefähr so viel bedeutet wie „Hau ab!“, „Zieh Leine!“, „Mach die Biege!“ oder „Verschwinde, bevor’s peinlich wird!“ Der Ausdruck steht für einen schnellen, manchmal auch unfreiwilligen Abgang. Woher er genau stammt, weiß keiner so richtig, aber die beliebteste Theorie erinnert an New Yorks berühmtes Flatiron Building an der 23rd Street. Durch die spitze Form des Gebäudes und die kreuzenden Straßen (Broadway und Fifth Avenue) pfiff der Wind dort besonders gern. Und dieser Wind hob regelmäßig die Röcke der Damen an. Daraufhin mussten Polizisten die Männertrauben, die plötzlich ein reges Interesse an Architektur zeigten, vertreiben. Also: „23 skidoo!“, frei nach dem Motto: „Weitergehen, hier gibt’s nichts zu sehen!“
Die Neuzeit: 6–7, oder wie man Erwachsene verwirrt
In jüngster Zeit hat sich der Ausdruck „6–7“ (ausgesprochen: six-seven) unter amerikanischen Jugendlichen breitgemacht. Ein Paradebeispiel für das heutige „Brainrot“ — Internet-Humor, der so absurd ist, dass er eigentlich nur noch ein Geräusch ist. Wörtlich bedeutet es so gut wie nichts, aber es wird als Nonsens-Schlachtruf benutzt, vor allem, um Erwachsene zu verwirren oder zu verunsichern. Meist begleitet von großen Armbewegungen, die aussehen, als würde jemand versuchen, ein unsichtbares Flugzeug einzuweisen.
Ursprung:
Der Spruch kommt aus dem Song „Doot Doot (6 7)“ von Skrilla und wurde auf TikTok viral — unter anderem durch ein Video des Basketballspielers LaMelo Ball, der zufällig 6 Fuß 7 Zoll groß ist.
Das Spannende: Der Ausdruck hat inzwischen mehrere konkurrierende Bedeutungen, und keiner hat die Deutungshoheit. Je nach Region oder Freundesgruppe heißt 6–7:
- Bewertung 6/7 von 10 – die gedämpfte Version von „Sie ist eine 10!“
- „Ich bin heute so 6–7 drauf“ – also: mittelmäßig, meh, alles egal
- „Jemanden 6–7en“ – leichtes Necken ohne fies zu sein
- Sport – „6–7 zurückliegen“ = knappe Kiste
- Jugendkurzcode fürs Schreiben – „Alles okay-ish“ auf einer Skala von 1 bis 10
Kurz gesagt: fluid wie Pudding, eher Insider-Vibe als ernste Bedeutung.
Und nun das Beste: Lehrer berichten massenhaft, dass Schüler dieses Jahr nur noch „6–7! 6–7!“ brüllen. Sogar Vorschulkinder machen mit. An Halloween kamen Lehrerpaarungen verkleidet als „6“ und „7“. Das heißt: In spätestens zwei Wochen erklären Teenager den Ausdruck offiziell für uncool. Denn wenn Kindergartenkinder und Lehrer etwas übernehmen, gilt es im Teenageruniversum als beendet, archiviert und auf ewig peinlich.
Klassische amerikanische Redewendungen mit Zahlen
Diese Ausdrücke waren früher weit verbreitet — manche hört man noch, manche riechen streng nach Schwarzweißfernsehen.
• Looking out for number one!
Auf sich selbst achten, die eigenen Interessen verteidigen.
• „The 1% / We are the 99%“
Ökonomischer Schlachtruf seit Occupy Wall Street.
• Put in my two cents
Seine Meinung kundtun („Ich geb mal meinen Senf dazu“).
• Two is company, three’s a crowd
Zweisamkeit schön, Dreisamkeit schwierig.
• Two-timing
Jemanden betrügen.
• Three strikes
Aus dem Baseball: Drei Fehler und du bist raus.
• Give someone the third degree
Jemanden heftig ausfragen, fast schon verhören.
• On all fours
Auf allen vieren kriechen (Bild bitte selbst vorstellen).
• Four-letter word
Ein Schimpfwort (meistens tatsächlich vier Buchstaben lang).
• Take five
Kurze Pause einlegen (ursprünglich Jazz-Slang).
• Five-finger discount
Die poetische amerikanische Umschreibung für „Ladendiebstahl“.
• Six feet under
Tot und begraben.
• At sixes and sevens
Völlig durcheinander, Chaos pur.
• 7th Heaven
Höchste Glückseligkeit.
• Behind the eight ball
In einer schwierigen Situation stecken.
• The whole nine yards
Das volle Programm, alles was geht.
• On cloud nine
Überglücklich.
• At the eleventh hour
Kurz vor knapp, auf den letzten Drücker (gerne auch vor Hinrichtungen erwähnt, sehr optimistisch).
• Catch-22
Ein paradoxes Dilemma ohne Ausweg (danke, Joseph Heller).
• 24/7
Durchgehend, Tag und Nacht, nonstop, ohne Pause, bis zur völligen Erschöpfung aller Beteiligten.
• 50/50 chance
Fünfzigfünfzig.
• Area 51
Top secret, geheimnisvoll, UFO-verdächtig.
• Eighty-six (86)
Jemanden rauswerfen oder loswerden (Barsprache).
• 99 problems
Jay-Z hat viele Probleme — oder auch keine, je nach Laune.
• Give 110%
Mehr geben, als logisch möglich ist (klassischer Motivationsquatsch).
• Doing a 180
Komplette Kehrtwende.
• 420
Marihuana-Code — und gleichzeitig die Uhrzeit, zu der plötzlich viele Leute „frische Luft schnappen“ müssen.
• The million-dollar question
Die eine große Frage, die keiner beantworten kann.
Fazit: Viel Glück beim TikTok-Verstehen
Viele dieser Ausdrücke findet man in älteren TV-Shows, Romanen und Filmen.
Aber moderne Gen-Z-Zahlensprache ändert sich schneller als ein Algorithmus schlechte Laune bekommt.
Wenn du also hoffst, auf TikTok alles zu verstehen:
Ich gebe dir eine solide 6–7.




One response to “From ‘23 Skidoo’ to ‘6–7’”
Great resource for vetting AI tools-tyy.AI streamlines the search for efficient solutions. Their AI Customer Service Assistant is a standout for boosting engagement.